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Das Land Baden-Württemberg zieht erste Zwischenbilanz des „Lockdown Light“

Dienstag, 17. November 2020

Zwei Wochen nach Beginn des sogenannten „Lockdown Light“ haben Bund und Länder eine erste Bilanz gezogen. Zwar konnte das exponentielle Wachstum gestoppt werden, aber die Zahlen sind weiter zu hoch. Daher haben sich Bund und Länder auf weitere vor allem administrative Maßnahmen verständigt.

Vor zwei Wochen war Baden-Württemberg wie der Rest der Bundesrepublik mit einer dramatisch zugespitzten Lage konfrontiert. Die Infektionszahlen sind exponentiell gestiegen, unsere Gesundheitsämter waren überlastet, und die Zahl der Intensiv-Patienten hat sich im Wochentakt verdoppelt. Es war das Gebot der Stunde zu handeln, um eine weitere exponentielle Verbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 und damit eine drohende Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern.

„In dieser Situation haben sich die Regierungscheffinnen und -chefs von Bund und Ländern einstimmig auf weitreichende Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens verständigt, Um in einer gemeinsamen nationalen Kraftanstrengung eine akute nationale Gesundheitsnotlage abzuwenden“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach den erneuten Beratungen von Bund und Ländern am 16. November. „Die überwältigende Mehrheit Bürgerinnen und Bürger hat darauf mit Verständnis und großer Disziplin reagiert. Mit Hilfe Ihrer Disziplin konnten wir das sprunghafte Wachstum der Infektionszahlen inzwischen abbremsen. Das ist ein wichtiger Zwischenerfolg, und dafür danke ich Ihnen allen von Herzen. Gleichzeitig müssen wir zur Kenntnis nehmen: Die notwendige Trendwende haben wir noch nicht erreicht.“

Fallzahlen weiter zu hoch

Zwar ist das exponentielle Wachstum gestoppt, aber die Fallzahlen sind weiter sehr hoch. Für Baden-Württemberg bedeutet das, dass 40 Prozent der Personen, die sich insgesamt mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, in den ersten beiden Novemberwochen registriert wurden. Bis Ende Oktober gab es in Baden-Württemberg insgesamt gut 82.000 Fälle. Heute sind es bereits knapp 120.000. In den vergangen beiden Wochen ist auch die Zahl der COVID-19 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen um 60 Prozent gestiegen. Im Bund ist die Zahl der Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen sogar um 70 Prozent gestiegen. „Die Lage bleibt weiterhin sehr ernst. Wir haben die Kontrolle über die Pandemie noch nicht wieder zurück. Die Kraft der zweiten Welle ist noch nicht gebrochen“, warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Pressestatement nach der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin.

Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von weniger als 50

„Wir werden die Pandemie erst dann wieder im Griff haben, wenn wir das Infektionsgeschehen mindestens unter die Schwelle unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gedrückt haben. Nur dann schaffen wir die Kontaktnachverfolgung und vermeiden Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal, bei den Testkapazitäten, der Medikamentenversorgung und der Verfügbarkeit von Intensivkapazitäten“, beschrieb Ministerpräsident Kretschmann die Ziele der jetzt beschlossenen weiteren Maßnahmen. Statt weiterer allgemeiner Einschränkungen für die Bevölkerung setzen Bund und Länder in der zweiten Phase des „Lockdown Light“ vor allem auf zusätzliche administrative Maßnahmen.

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die Hotspot-Strategie, die über die bundes- und länderweiten Maßnahmen hinausgeht, weiter zu verfolgen. In Stadt und Landkreisen mit einem besonders starken Infektionsgeschehen, sollen regional schnell weitere Maßnahmen erlassen werden können, um schnell auf das Infektionsgeschehen vor Ort Einfluss nehmen zu können.

Bei der Kontaktnachverfolgung wollen Bund und Länder vermehrt auf Cluster setzen. Wenn beispielsweise in Unternehmen, Einrichtungen, Freizeitgruppen, Glaubensgemeinschaften oder nach Familienfeiern Verdachtsfälle auftreten, sollen Quarantäneanordnungen für das betroffene Cluster schnell möglich sein – auch bevor schon ein positiver Test vorliegt.

Bund und Länder sind sich darin einig, dass die Schulen und Betreuungseinrichtungen weiter offen bleiben sollen.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auf der Homepage des Landes Baden-Württemberg unter:https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/wir-koennen-das/